Laos - Erste Eindrücke

In Vientiane, Laos wurden wir nach einem kurzen Flug ohne Schwierigkeiten ins Land gelassen. Der Mekong hat uns wieder, am östlichen Ufer Laos, gegenüber Thailand - zum Greifen nahe. Vientiane erkunden wir mit Leihrädern, die erstaunlicherweise gut funktionieren. Das erste, was uns auffällt: Die Tempel sind schlichter, auf Buddhastatuen konzentriert, die Menschen ärmer, die Schrift unlesbar, wenn ohne englische Übersetzung, das BeerLao dominiert, französische Bäckereien (Croissant aux amandes  ...) sind häufig und die Frauen tragen traditionelle Röcke.

Im Schatten der alten, schwarzen Pagode That Dam planen wir die nächsten Tage noch ohne die Busfahrpläne zu kennen. Bei unseren Erkundungen werden wir ständig mit oftmaliger Zerstörung von Klöstern oder Pagoden konfrontiert, die Eroberung, Einnahme, Verteidigung und Bürgerkriege gehören hier zur Geschichte vom Ursprung bis in die jüngste Vergangenheit. Besonders gegenwärtig ist hier noch die französische Kolonialzeit und der Vietnamkrieg, während dessen 2,1 Millionen Tonnen Bomben über Laos abgeworfen wurden (the secret war). Die USA ließen sich das 2 Millionen Dollar/Tag über 9 Jahre kosten...

Wat Saket, 1812 erbaut, ist das älteste  nicht zerstörte Kloster in Vientiane; die Stupa Pha That Luang, ursprünglich aus dem 3. Jhdt. vor Christus, ist häufig verändert, erweitert, restauriert bzw. rekonstruiert worden. Jetzt ist sie das Wahrzeichen von Laos. Abends mischen wir uns unter die Familien, die mit ihren Kindern den Rummelplatz am Mekongufer besuchen.


Anders als in Kambodscha oder Vietnam erleben wir die Fahrer von Tuk-Tuks unpünklich, ebenso die Abfahrten von MiniVans oder Bussen - und sehr flexibel in Bezug auf unsere eigentliche Buchung. So fahren wir von der Hauptstadt nach Vang Vieng nicht mit dem schnellen Mini-Van sondern mit einem alten Bus, der auf der Autobahn schlapp macht. Wir kommen dann schließlich doch ans Ziel und werden auch zum Hotel gebracht.


In Vang Vieng erleben wir eine abenteuerliche Tour mit Höhlenerkundungen, eine davon im breiten Gummireifen hängend, paddeln im Kajak und schwimmen in einer Lagune. Die Weiterfahrt nach Phonsavan erweist sich als mühsamer als gedacht, denn nicht immer gibt es einen direkten Bus, d.h. wir sitzen zwei Tage jeweils sechs bzw. sieben Stunden in einem überfüllten, überladenen Mini-Van (20 Fahrgäste statt 15), um dorthin zu kommen.


Von Phonsavan sind wir begeistert, auch wenn diese Bergstadt (1100 m) uns mit kühlem Wetter empfängt. Wir sind mit dem wohl kompetentesten Führer gleich zwei Tage unterwegs. Überwältigt sind wir von den riesigen Steinkrügen aus der Eisenzeit (mittlerweile UNESCO Weltkulturerbe), die an einigen Stellen zu finden sind. Nicht nur das, diese Provinz gehört zu den seit jeher umkämpftesten Regionen von Laos, kondensiert die verheerende Geschichte. Immer wieder sehen wir MAG ("Mines Advisory Group"), die Bombenentschärferteams an der Arbeit, denn hier liegen noch immer viele Bomben und Minen im Boden. 30% der abgeworfenen Bomben waren Blindgänger. Wir bewegen uns natürlich nur auf freigegebenen Wegen. Ein Dorf betreibt auch Recycling: Aus Kriegs-Aluminiumschrott, der angeblich überall herumliegtgießen Frauen wie Männer vor allem Löffel, aber auch Elefanten, 

Bieröffner u.ä. 



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Kommentare: 1
  • #1

    Elfriede Greimel & Axel (Donnerstag, 19 Januar 2023 17:44)

    Gott sei Dank haben wir euch wieder gefunden! Wir hatten die Adresse eurer spannenden Reiseberichte verloren.
    Und jetzt fragen wir uns, wie wir die weltweiten Kriegstreiber dazu bringen können, aus dem Aluminium gleich Elefanten oder Löffel (wunderbar) zu gießen - gewissermaßen ohne die verbrecherische Zwischenstation. Dass die Amis 9 Jahre lang täglich 2 Mio. Dollar für den Krieg ausgegeben haben, können wir nicht fassen. Aber die US-Waffenlobby freute es und freut es immer noch. Gut, dass sie die Steinkrüge aus der Eisenzeit nicht zerstört haben. Gut auch, dass ihr euch ausschließlich auf geräumten Straßen bewegt, auch wenn das mit den langsamen, schlechten und überfüllten Bussen lange dauert.
    Bleibt vorsichtig, genießt die letzten sechs Wochen, eure Reise und euch, herzlich E & A